Achter Parlamentarischer Abend der Architektenkammer Bremen und der Ingenieurkammer Bremen mit dem Präsidenten des Senats Dr. Andreas Bovenschulte
BREMER WEG – UND NUN? Ein Gespräch über das Planen und Bauen in Bremen
Pressemitteilung Bremen, 27.02.2026
Der Vortragssaal der Kunsthalle Bremen war voll besetzt, als am Donnerstag, den 26. Februar 2026, die Architektenkammer Bremen und die Ingenieurkammer Bremen ihren achten Parlamentarischen Abend veranstalteten. Zu Gast auf dem Podium war der Präsident des Senats Andreas Bovenschulte. Zum Gespräch luden die beiden Kammerpräsidenten, der Architekt Oliver Platz und der Beratende Ingenieur Torsten Sasse.
Unter dem Titel des Abends „BREMER WEG – UND NUN?“ wurde diskutiert, inwieweit die Erarbeitung des „Bremer Wegs“ sich auf den Wohnungsbau auswirken wird. Kann der Wohnungsneubau wirklich günstiger werden, wenn weder funktionale noch soziale oder ökologische Mindestanforderungen umgangen werden? Und wie steht es um alle anderen Bereiche des Bauens, die noch nicht hinsichtlich der Maxime „kostengünstigeres Bauen“ bearbeitet wurden: Gewerbebauten, Infrastruktur oder das Bauen im Bestand?
Oliver Platz, der Präsident der Architektenkammer Bremen, sagte: „Architektur ist in Bremen immer auch Stadtpolitik. Wer über Wohnungsbau spricht, spricht über Teilhabe, Identität und Zukunft – und darüber, wie wir unsere Quartiere menschlich und resilient gestalten.“
Thematisiert wurde auch die Idee einer Internationalen Bauausstellung (IBA) für Bremen und Bremerhaven. Die Erfahrungen der Internationalen Bauausstellung aus verschiedenen Städten zeigen, so Platz, welche identitätsstiftende Kraft eine solche Initiative entfalten kann. Eine IBA wäre ein „Ausnahmezustand auf Zeit“ – ein Experimentierfeld, das Herausforderungen sichtbar macht und in Chancen verwandelt.
Auch beim Thema Verkehr wurde deutlich: Unsere Zeit braucht Visionen. Städte wie Kopenhagen, Wien oder Paris zeigen, dass eine konsequente Verkehrswende Lebensqualität steigert – trotz anfänglicher Widerstände. Helsinki hat mit dem Ausbau von Fuß- und Radwegen, starkem ÖPNV und Tempo 30 das Ziel „Vision Zero“ erreicht – keine Verkehrstoten innerhalb eines Jahres.
Torsten Sasse, Präsident der Ingenieurkammer Bremen, betonte „Uns eint das Ziel, schneller, preiswerter, nachhaltiger und menschenfreundlicher zu bauen. Aber wir brauchen mehr als Ziele und eine Ankündigungspolitik, nämlich konkrete Maßnahmen und Ideen, die funktionieren, eine typische Ingenieurtätigkeit. Konkret: gemeinsame, forcierte Weiterarbeit am Bremer Weg, an der Transformation des Bauwesens, an den Brücken über die Weser und auch an einem Leuchtturmprojekt IBA.“ Am Ende der Veranstaltung stand im Vordergrund, dass es neben produktiven Kontroversen auf konsequente Umsetzungen ankommt. Denn: Entschlossenheit wird sich für Bremen bezahlt machen.